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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.

Wir berichten über
Unruhige Beine

unruhige Beine-Syndrom

Nach einer Mitteilung von www.NetDoktor.at (17.042004) sind 900.000 Österreicher von so genannten "unruhige n Beine n" betroffen – mehr als von Diabetes mellitus. Und obwohl die Erkrankung bereits vor über 300 Jahren zum ersten Mal beschrieben wurde, ist sie bis heute einer breiten Öffentlichkeit und auch so manchem Arzt nicht bekannt. Durchschnittlich sind sieben Prozent der männlichen und 13 Prozent der weiblichen Bevölkerung davon betroffen. Über dem 65. Lebensjahr scheint jeder Vierte daran zu leiden.

Für unruhige Beine ist als ärztliche Diagnose Res tless l egs-Synd rom oder auch (seltener) unruhige-Beine-Syndrom gebräuchlich.

Unruhige Beine sind gekennzeichnet durch intermittierend (= zeitweilig auftretende), paroxysmal (= attackenförmig) auftretende schmerzhafte Empfindungen (Parästhesien und Dysästhesien), verbunden mit Bewegung sunruhe, v.a. nachts bzw. im Liegen. Häufig ist hauptsächlich die Unterschenkel außenseite betroffen. Die Ätiologie (= Krankheitsursache) ist unklar. Das Auftreten der genannten Erscheinungen wird durch Kältereiz, Anämie (= Blutarmut) und Gravidität (= Schwangerschaft) begünstigt.

Unruhige Beine können in 2 Formen auftreten:

  1. idiopathische (= eigenständige Erkrankung) Res tless l egs
  2. symptomatische (= als Folge einer anderen Erkrankung) Res tless l egs (unruhige Beine-Syndrom)

Krankheiten die zu symptomatischen Res tless l egs (unruhige Beine) führen können:

Das idiopathische Res tless l egs-Synd rom kann vererbt sein, tritt aber auch bei Durchblutungsstörungen, Muskel - und Nervenerkrankungen sowie Alkoholismus oder Vitaminmangel auf.

Für Betroffene mit unruhige n Beine n empfiehlt sich, Alkohol, Nikotin, Koffein, Kohlensäure sowie Süßstoffe (Aspartam) und Geschmacksverstärker (Glutamat) zu meiden, da diesen Stoffen eine die Res tless l egs - Beschwerden verstärkende Wirkung nachgesagt wird. Auch von Entspannungsmethoden ist abzuraten. (NetDoktor.at)

Differentialdiagnostisch (= welche Krankheiten sonst noch in Frage kommen) ist das Burning-feet-Syndrom erwähnenswert.

Zur Therapie der Res tless l egs (unruhige Beine) werden in der Praxis häufig Benzodiazepine (= ein Beruhigungsmittel) verschrieben, wovon aber wegen des enormen Gewöhnungspotentials abzuraten ist. Öfters sprechen die Beschwerden zufriedenstellend auf die Kombination von Carbamazepin bzw. Gabapentin oder Pregabalin (= Mittel gegen die Fallsucht aber auch bei diesen Schmerzen hilfreich) mit Baclofen (= ein im Rückenmark / Gehirn wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) an. Als Mittel der Wahl gilt heute Levodopa (z.B. Restex®). Diese Medikation soll in 75% der Fälle hilfreich sein. Pramipexol (Sifrol ®, Mirapexin®, in den USA Mirapex®) - ein Non-Ergot-Agonist bzw. Dopamin-Agonist - soll nach einer neueren Studie ebenfalls gut wirksam sein, gleiches gilt für den Dopaminagonist Ropinirol (z.B. ReQuip®, Adartrel®). Bei ungenügender Wirkung können als nächst höhere Therapiestufe Opioide (z.B. Tilidin oder Oxycodon) versucht werden, da diese Mittel auch eine dopaminerge Komponente aufweisen.

Sehr hilfreich sind bei unruhige n Beine n im Rahmen der therapeutische n Lokalanästhesie auch engmaschig wiederholte Blockaden der Nn. ischiadici (= Ischias nerven) mit einem langwirkenden Lokalanästhetikum (z.B. Bupivacain, Ropivacain) (= örtliches Betäubungsmittel), insbesondere bei der syptomatischen bzw. sekundären Krankheitsform (z.B. bei Polyneuropathie). Optimal ist diese Behandlung in Form einer kontinuierlichen Blockade mit Katheter* was aber einen stationären Aufenthalt erfordert.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert und diese den bei unruhige n Beine n vorliegenden, gestörten Nervenzellstoffwechsel optimiert.
Die gesteigerte Durchblutung ist auch der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist.

Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Auf der Internetseite "die Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können.


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